OMNISECURE 2019 in 93 Tagen
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OMNISECURE - so aktuell wie nie

OMNISECURE 2019 – der nächste Kongress für smarte Identitätslösungen wird vom 21. bis 23. Januar in Berlin stattfinden.

Zum 26. Mal treffen sich rund 350 Teilnehmer unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern und diskutieren topaktuelle Themen der Branche. Die Topics werden u.a. sein Digital Payment, Blockchain, Digitales Europa, Connected Living, Digitale Wirtschaft, Digitaler Bürger. 

Bereits am Vorabend (21.01.) treffen sich die Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung zum ersten Networking. Dieser Abend ist geprägt von intensiven Austausch unter den Experten und innovativen Ideen, die eine Auswahl von StartUps in kurzen Pitches vorstellen.

Das Programm für den Januar 2019 wird Ihnen hier Mitte Oktober präsentiert werden.

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Die Eckdaten
350 Teilnehmer | Mehr als 100 hochkarätige Referenten | 22 große Foren 
12 Tutorials & Workshops | Diskussion & Networking an 2 langen Abenden

Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) und Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit a.D. wird das Programm der OMNISECURE 2018 mit einer Key Note am 23. Januar eröffnen.
Iris Köpke sprach zuvor mit ihm über seinen Vortragstitel "Always on – and always transparent":

Herr Schaar, Sie plädieren dafür, dass Hersteller von IT und Nutzer mehr Verantwortung bei IT-Sicherheit und Datenschutz übernehmen müssen. Warum?

Peter Schaar: Überall, wo wir uns in vernetzten Umgebungen bewegen, ziehen wir – bewusst oder unbewusst – Datenschatten hinter uns her. Werden die dabei entstehenden Meta-Daten, gegebenenfalls angereichert durch Inhaltsdaten, zusammengeführt, können sie ein sehr aussagekräftiges Persönlichkeitsprofil ergeben. Damit ist man für Andere ungewollt einschätzbar und vielleicht auch berechenbar. Um dies zu vermeiden, müssen Hersteller IT-Sicherheits- und Datenschutzaspekte stärker in ihren Produkten berücksichtigen. Sie müssen Strategien entwickeln, wie sich diese Risiken beherrschen lassen. Bei Verstößen müssen sie in Haftung genommen werden können. Und Nutzer brauchen viel mehr Awareness, welche Datenschatten sie erzeugen und wie sie diese reduzieren können.


Warum ist das so wichtig?

Peter Schaar: Zum einen sind wir durch unsere Abhängigkeit von Technologien inzwischen sehr verletzlich. Das gilt im persönlichen Mikrokosmos, etwa wenn auf Basis eines Identitätsdiebstahls mein Bankkonto leer geräumt wird. Es betrifft aber auch die Gesellschaft, wenn etwa durch einen Cyberangriff Medizingeräte gehackt und so umprogrammiert werden, dass sie den Menschen schaden. Denken Sie mal an eine manipulierte Insulinpumpe – die kann jemanden umbringen.

Zum anderen nimmt die Gefahr zu, durch Algorithmen diskriminiert zu werden. Unternehmen, die aufschlussreiche Daten über uns besitzen, können unser Verhalten manipulieren, ohne dass wir dies mitbekommen. Etwa, wenn wir für Produkte, für die wir uns interessieren, einen besonders hohen Preis zahlen müssen oder von bestimmten Leistungen ganz ausgeschlossen werden. Noch gravierender wirkt es sich aus, dass Plattformbetreiber unser Weltbild beeinflussen, indem sie uns nur bestimmte Informationen präsentieren. In der Filterblase wird es immer schwerer, andere Facetten überhaupt noch wahrzunehmen.

 

Was würde passieren, wenn wir dieser Entwicklung nichts entgegen setzen?

Peter Schaar: Das wäre eine Dystopie, die gerade in der demnächst stärksten Volkswirtschaft der Welt realisiert wird. In China soll jeder Einwohner bis 2020 einen „Citizen Score“ bekommen, eine Art persönliche Kopfnote. Da wird soziales Wohlverhalten belohnt, indem brave Bürger günstige Kredite, schöne Wohnungen zu einem bezahlbaren Preis, Auslandsreisen und andere Vorteile erhalten. Kritische Geister hingegen werden mit Benachteiligungen bestraft. Aber diese Entwicklung ist natürlich nicht zwangsläufig, wir können und müssen auf sie einwirken.

 

Was ist Ihre Botschaft, um dem entgegenzusteuern?

Peter Schaar: Hersteller und Anbieter müssen Risiken und Folgewirkungen schon im Produktdesign berücksichtigen. Sie müssen für Sicherheitslücken verantwortlich gemacht werden können. Unternehmen, die fahrlässig Schutzvorkehrungen unterlassen, müssen spürbar sanktioniert werden. Auch der gesetzliche Rahmen muss weiterentwickelt werden, etwa in Bezug auf die Technologiefolgenabschätzung. Der Gesetzgeber muss auch dafür sorgen, dass die Betroffenen echte Entscheidungsmöglichkeiten haben, etwa im Hinblick auf das Tracking ihres Verhaltens. Schließlich sind auch die Nutzerinnen und Nutzer gefragt: Sie müssen ein stärkeres Bewusstsein für IT-Sicherheit und den Schutz der sie betreffenden Daten entwickeln. Lebenslanges Lernen wird deshalb immer wichtiger.

omnisecure.berlin


GEDICHT

Herbsttag

Rainer Maria Rilke

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

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